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Hinweise für die Gartenpflege

Ein Überblick über das vielseitige Aufgabenfeld der Gartenpflege, mit Tipps für Rasen, Wiesen, Hecken und Beete sowie unseren Garantiebestimmungen.

Geschätzte Kundin, geschätzter Kunde

In diesem Dokument möchten wir Ihnen einen Überblick über das vielseitige Aufgabenfeld der Gartenpflege vermitteln, jedoch werden Sie um das Sammeln eigener Erfahrungen nicht umhinkommen. Das Gedeihen der Pflanzen hängt von verschiedenen, nicht kalkulierbaren Faktoren ab. Grundsätzlich gilt es alles zu vermeiden, was die Vitalität Ihrer Pflanzen gefährdet, beispielsweise übermässiges Streuen von Tausalz im Winter im Wurzelbereich. Die beste Unterstützung für Ihre Pflanzen ist eine umsichtige, fachgerechte Pflege mit bedarfsgerechter Bewässerung und Pflanzenschutz.

Im vorliegenden Dokument kann nicht auf alle Punkte eingegangen werden, deshalb sind diese Ausführungen nicht abschliessend. Unsere Fachkräfte geben Ihnen gerne weitere Auskünfte; fragen Sie uns einfach und unverbindlich.

Der grösste Pflegeaufwand fällt naturgemäss in den ersten zwei Jahren nach der Fertigstellung an. Das gute Gedeihen hängt insbesondere von der Qualität dieser sogenannten Erstellungspflege ab und umfasst neben Giessarbeiten auch das Jäten, Pflanzenschutzmassnahmen und vieles mehr.

Sollten Ihnen diese Arbeiten, bzw. das Unkraut, über den Kopf wachsen, rufen Sie uns an unter 076 412 77 39. Wir unterstützen Sie gerne; eine Investition, die sich lohnt.

1.Bestimmungen, Bedingungen und Verantwortung

1.1.Abnahme und Verantwortlichkeiten

Rasen- und Wiesenflächen sowie Bepflanzungen sind ein in sich geschlossener Werkteil (siehe Norm SIA 118, Art. 157, Abs. 1).

Mit der Regelung der Verantwortlichkeiten zu Bepflanzungen und Ansaaten gelten diese als abgenommen, insofern der Unternehmer nicht mit der weiteren Pflege beauftragt wird.

Nach der Abnahme des Werkes ist es die Pflicht des Bauherrn bzw. Kunden, für den nötigen Unterhalt der Begrünung zu sorgen, sofern keine Unterhaltspflichten mit uns vereinbart wurden.

1.2.Garantiebestimmungen für Bepflanzungen und Ansaaten

Die Garantiebestimmungen für Begrünungen basieren auf der Tatsache, dass lebende Pflanzen nur bei fachgerechter Pflege und unter stetiger Beobachtung gut gedeihen können.

Das Anwachsen von Ansaaten und Bepflanzungen wird durch uns gewährleistet.

FlächeGarantie
RasenDeckungsgrad von mind. 50% nach dem 1. Rasenschnitt
Blumenrasen / BlumenwiesenDeckungsgrad von mind. 30% nach der 1. Vegetationsperiode

Von der Mängelhaftung ausgeschlossen sind Mängel, wenn:

  • die Lieferung und/oder Pflanzarbeit nicht durch uns erfolgt ist,
  • Schäden durch Drittpersonen, Tiere, oder ungewöhnlich starken Schädlings- und/oder Krankheitsbefall verursacht wurden,
  • Schäden an Pflanzen durch belastete oder ungeeignete Böden, die nicht durch uns geliefert worden sind, verursacht wurden,
  • Fingerhirse, Blacke und Hahnenfuss bei Neuansaaten auftreten,
  • Schäden durch Elementarereignisse entstehen.

Es gelten ausserdem unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

2.Pflegehinweise und Tipps: Gartenpflege im Allgemeinen

2.1.Wässern allgemein

Bei Trockenheit benötigen Ihre Pflanzen ausreichend Wasser, insbesondere in den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung. Nicht zu oft, dafür kräftig und tiefgründig: Das Wasser dringt tief in den Boden ein und ist als Reserve über längere Zeit für die Pflanzen verfügbar. Zudem zwingt das tiefliegende «Reservoir» die Pflanzen dazu, tiefe Wurzeln zu treiben, was wiederum die Stresstoleranz (z.B. bei Hitze) erhöht.

Der beste Zeitpunkt für die Giessarbeiten ist morgens oder abends, jedoch keinesfalls in der prallen Sonne (Brennglaseffekt).

2.2.Bodenlockerung

Durch das regelmässige Lockern des Bodens fördern Sie einen guten Wasser- und Lufthaushalt und legen so eine wichtige Basis für die Vitalität Ihrer Pflanzen. Bei Pflanzen, die im Rasen stehen, achten Sie in den ersten Jahren auf eine lockere und rasenfreie Fläche im Bereich des Wurzelballens.

2.3.Steine

Als natürlicher Bestandteil unserer Böden erfüllen Steine eine wichtige Funktion. Sie sind Teil des Bodenskeletts und dienen u.a. der Strukturstabilisierung. Bei den Vorbereitungsarbeiten für Pflanz- und Saatflächen werden Steine, Wurzeln und andere Fremdstoffe, welche grösser sind als 30 × 30 × 50 mm, entfernt (SIA Norm 118/318).

Durch die Witterung werden in den ersten Wochen nach der Neuanlage von Begrünungen Steine oder weitere Bodenbestandteile sichtbar. Ein Auslesen ist möglich, aber nicht notwendig. Aus optischen Gründen können Steine auf der Oberfläche entfernt werden.

2.4.Unkraut allgemein

Die effizienteste und fast unumgängliche Art, möglichst rasch eine vollständig geschlossene Pflanzendecke ohne Unkräuter zu erhalten, ist regelmässiges Jäten und das Lockern der Pflanzflächen.

Üben Sie sich in Zurückhaltung bei der Anwendung von Herbiziden (Spritzmittel zur Pflanzenvernichtung) und beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen.

2.5.Schädlinge allgemein

Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmässig auf Schädlingsbefall, damit diese möglichst rasch bekämpft werden können.

2.6.Invasive Neophyten

Wörtlich übersetzt heisst Neophyten «neue Pflanzen». Diese Bezeichnung wird für Pflanzen verwendet, die absichtlich eingeführt oder versehentlich eingeschleppt wurden und in der Folge verwilderten. Die Mehrheit dieser rund 600 gebietsfremden Pflanzen bereichert unsere Pflanzenwelt und ist gut integriert. Einige dieser Neophyten verhalten sich jedoch invasiv: Sie verdrängen einheimische Arten und tragen zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Wir alle müssen dafür sorgen, dass sich diese Pflanzen nicht weiter ausbreiten.

Auf der Internetseite www.neophyten-schweiz.ch finden Sie eine Auflistung aller invasiven Neophyten und der Neophyten mit invasivem Potenzial sowie Massnahmen zu deren Bekämpfung.

Nachfolgend eine kurze, nicht abschliessende Liste von Neophyten mit invasivem Potenzial, welche (noch) häufig in Gärten geduldet werden:

Name deutschName botanisch
Lanzettblättrige AsterAster lanceolatus
Neubelgische AsterAster novi-belgii
Sommerflieder, SchmetterlingsstrauchBuddleja davidii
Hartriegel (gelbes Holz)Cornus sericea (Syn. Cornus stolonifera)
Gewöhnliches Einjähriges BerufkrautErigeron annuus (Syn. Aster annuus)
TopinamburHelianthus tuberosus
Immergrünes GeissblattLonicera henryi
Vielblättrige LupineLupinus polyphyllus (inkl. alle gezüchteten Sorten)
Gewöhnliche JungfernrebeParthenocissus inserta
Blauglockenbaum, PaulowniePaulownia tomentosa
KirschlorbeerPrunus laurocerasus
Falsche Akazie, RobinieRobinia pseudoacacia
Armenische Brombeere, GartenbrombeereRubus armeniacus
SchneebeereSymphoricarpos albus
Hanfpalme, Tessiner PalmeTrachycarpus fortunei

3.Rasen

Ein schöner, gleichmässig grüner Rasen ist in der Vorstellung vieler Gartenbesitzer das Idealbild eines gepflegten Gartens. Leider sieht die Realität vielfach anders aus, auch weil die nötigen Pflegearbeiten hierzu oft unterschätzt werden. Nachfolgend ein paar Tipps und Erläuterungen.

3.1.Rasensaat

3.1.1.Unkraut in der Saatfläche

In jedem natürlichen Boden sind Samen von Unkräutern vorhanden, die keimen und wachsen, sobald die Wachstumsbedingungen für sie günstig sind. Teilweise wachsen diese schneller als Rasengräser. Gewisse Unkräuter können bei einer Neusaat einen Nutzen erfüllen: z.B. kann die einjährige Melde als willkommener Schattenspender für die zarten Grassämlinge dienen. Der grösste Teil der Unkräuter erträgt den regelmässigen Schnitt nicht und verschwindet deshalb nach kurzer Zeit, oder sie werden durch gut genährte Rasengräser verdrängt.

Regelmässiges Mähen und Düngen sind die besten Massnahmen zur Unkrautbekämpfung im Rasen.

Wie bei jeder Regel gibt es auch hier Ausnahmen: Die Bekämpfung von Fingerhirse, Blacken und Hahnenfuss fordert einen grossen Aufwand und stellt einen von der Mängelhaftung ausgeschlossenen Aufwand dar (vgl. Norm SIA 118/318, Art. 6.2.2.5).

3.1.2.Wässern von Rasensaat

Eine kontinuierliche Feuchtigkeitszufuhr sorgt dafür, dass der Keimprozess beginnt und am Laufen bleibt. Wenn es nicht regnet, sollte die Rasenfläche stetig feucht gehalten werden. Vermeiden Sie Pfützen und Wasserläufe und seien Sie vorsichtig im Umgang mit dem Schlauch. Am besten eignen sich hierzu Rasensprenger.

Die angesäte Oberfläche sollte andauernd feucht gehalten werden, ohne zu verschlämmen. Bis der Keimling 3 cm hoch ist, darf die Saat nie austrocknen. Das heisst, je nach Witterung muss 3 bis 5 Mal täglich mit 3 bis 5 mm (3 bis 5 Liter) pro m² gewässert werden, ansonsten vertrocknen die jungen Wurzeln und der Keimling stirbt ab.

Ist die Keimphase erfolgreich überstanden, können die Bewässerungsintervalle angepasst werden. Das heisst, es wird weniger oft und dafür nach und nach mit grösseren Wassermengen bewässert. Auch nach Rasenrenovationen muss so bewässert werden, um die Nachsaat bestmöglich mit Wasser zu versorgen.

3.1.3.Der erste Rasenschnitt

Um mögliche Trittspuren, Unebenheiten und Schäden an den jungen Gräsern zu vermeiden, sollte die frisch angesäte Rasenfläche bis zum ersten Schnitt nicht betreten werden. Sobald der Rasen 5 bis 8 cm hoch ist, erfolgt der erste Schnitt, welcher in der Regel durch uns ausgeführt wird (bitte Offerte beachten). Nach dem ersten Schnitt ist die Grasnarbe meistens noch nicht geschlossen und ein partielles Nachsäen ist oft notwendig. Aufgrund der Nachsaat ist der Rasen nun auf eine entsprechende Pflege durch Sie angewiesen. Eine stärkere Beanspruchung sollte erst bei geschlossener Grasnarbe erfolgen.

3.2.Fertigrasen (Rollrasen)

3.2.1.Wässern von Fertigrasen

Auch der Fertigrasen benötigt Wasser. Beachten Sie hierzu bitte die Ausführungen unter Punkt 3.1.2 sinngemäss. Die grosse Wasserzufuhr ist nötig, damit der Fertigrasen nicht austrocknet. Jedoch begünstigt diese auch die Bildung von Pilzkrankheiten auf dem neuen Grün. Keine Angst, dieses Problem lässt sich leicht beheben.

3.2.2.Der erste Fertigrasenschnitt

In den ersten Tagen nach dem Verlegen ist der Fertigrasen noch sehr druckempfindlich, betreten Sie ihn deshalb erst nach dem ersten Schnitt. In der Regel wird nach 7 bis 10 Tagen der erste Schnitt des Fertigrasens durch uns ausgeführt, wenn nichts anderes vereinbart ist. Nach ca. 3 Wochen ist der Fertigrasen bei trockener Witterung nutzbar.

3.2.3.Fertigrasen ist auch Rasen

Der grosse Vorteil von Fertigrasen besteht in der sofortigen Begrünung und der schnellen Nutzbarkeit der Fläche. Nach dem Anwachsen benötigt er jedoch dieselbe Pflege wie der gesäte Rasen, um auf Dauer schön und widerstandsfähig zu sein.

3.3.Rasenpflege allgemein

3.3.1.Rasenmähen

Nach dem ersten Schnitt wird der Hausrasen alle ein bis zwei Wochen auf eine Höhe von 4 bis 5 cm gemäht. Die Schnittintervalle sind abhängig von den Ansprüchen, die Sie an Ihren Rasen stellen. Der Schnitt erfolgt bei trockener Witterung. Wichtig ist ein guter Schliff der Messer für einen sauberen Schnitt und das Entfernen des Schnittguts, um Fäule zu vermeiden.

Rasenmähroboter lassen das Schnittgut fallen, ein regelmässiges Entfilzen der Rasenfläche ist deshalb für eine gesunde Rasenfläche unabdingbar. Sehen Sie hierzu Punkt 3.3.4.

3.3.2.Unkräuter im Rasen

Die chemische Bekämpfung von breitblättrigen Kräutern in einem Rasen macht erst Sinn, wenn die Wachstumsbedingungen für den Rasen optimal sind, so dass allfällige Lücken sofort wieder geschlossen werden. Der Einsatz der chemischen Herbizide erfolgt in den Monaten April bis Juni oder August bis September, ca. 3 bis 4 Tage nach dem letzten Schnitt, und idealerweise liegt die Temperatur zwischen 5 °C und 25 °C. Im weiteren Tagesverlauf (mind. 6 Stunden) darf kein Regen fallen, damit das eingesetzte Mittel nicht wieder abgewaschen wird. Nach der chemischen Behandlung sollte der Rasen während mind. 5 bis 7 Tagen nicht gemäht werden.

3.3.3.Düngen von Rasenflächen

Mit dem Wachstum entzieht der Rasen laufend Nährstoffe aus dem Boden (v.a. Stickstoff, aber auch Phosphor und Kalium), welche über das Schnittgut abgeführt werden. Um einen schönen Rasen zu erhalten, müssen diese Nährstoffe dem Boden wieder zugeführt werden. Je nach (optischem) Anspruch und verwendetem Dünger sind 2 bis 4 Düngergaben pro Vegetationsperiode angezeigt; bitte beachten Sie die Angaben des Herstellers.

Düngen Sie mit Mass und schenken Sie den jahreszeitlich unterschiedlichen Ansprüchen Ihres grünen Teppichs die nötige Beachtung.

3.3.4.Rasenrenovation (Vertikutieren / Aerifizieren)

  • Vertikutieren = Entfilzen
  • Aerifizieren = Belüften

Durch das Entfilzen der Grasnarbe mit dem Vertikutierer werden die einzelnen Gräser gestärkt und widerstandsfähiger. Der Aerifizierer sticht Zapfen aus der Erde. Die entstandenen Löcher werden mit einer speziellen Erdmischung oder kalkarmem Sand gefüllt, so dass die Bodenoberfläche für den Gas- und Wasseraustausch wieder durchlässiger wird.

Als Ergänzungsmassnahme zum Vertikutieren und/oder Aerifizieren empfiehlt sich ein Niveauausgleich mit einem speziellen Substrat (Rasenerde). Die Schliessung der Grasnarbe wird durch das Einsäen einer schnell keimenden Rasenmischung (Regenerationsrasen) und eine entsprechende Düngergabe beschleunigt.

3.3.5.Bodenverdichtung

Ein Hemmfaktor für gutes Wachstum ist die Verdichtung des Bodens. Achten Sie darauf, Ihren Rasen nur bei trockener Witterung zum Spielen zu nutzen, und bedenken Sie, dass auch Kinder und grosse Hunde zu einer starken Bodenverdichtung beitragen.

4.Blumenrasen und Blumenwiesen

Das wunderbare Blütenmeer ist ein Inbegriff für Biodiversität und Beschaulichkeit. Kein Mythos: Hier finden unzählige Arten von Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum. Bis jedoch auch das Auge des Gartenbesitzers geschmeichelt ist, braucht es Geduld.

Blumenrasen und -wiesen bevorzugen magere, ungedüngte Böden. Sie haben einen grösseren Anteil an Kräutern (Blumen), die meist später keimen als Gräser und deshalb konkurrenzschwächer sind. In den ersten Monaten weisen solche Flächen eine viel weniger dichte Grasnarbe auf als normale Rasensaaten, und dies aus gutem Grund: Würde dichter gesät, könnten viele Kräuter gar nicht keimen, weil der Platz bereits durch die schnellkeimenden Gräser besetzt wäre.

Sie sollten damit rechnen, dass Ihre neue Blütenpracht erst ab dem 2. Jahr zu blühen beginnt. Im Rhythmus der Jahreszeiten können Sie sich dann an den unterschiedlichen Blüten und Farben erfreuen. Die Art und Anzahl der Blumen wird sich je nach Bodenverhältnissen und Standortbedingungen auf natürliche Weise selektionieren.

4.1.Saat von Blumenrasen und -wiesen

4.1.1.Unkraut in der Saatfläche

In jedem natürlichen Boden sind Samen von Unkräutern vorhanden. Für die Saatflächen von Blumenrasen und -wiesen gelten die Ausführungen unter Punkt 3.1.1 sinngemäss.

4.1.2.Wässern nach der Saat

Bei längerer Trockenheit muss der Blumenrasen gewässert werden (vgl. Punkt 3.1.2, sinngemäss). Bei Blumenwiesen wird nach der Keimung auf das Wässern verzichtet.

4.1.3.Säuberungsschnitte

Im 1. Jahr sollten Blumenrasen und -wiesen regelmässig (alle 4 bis 6 Wochen) auf der höchsten Stufe des Rasenmähers gemäht werden, um eine gute Bestockung der Kräuter zu ermöglichen und diesen genügend Licht für die Entwicklung zu geben. Das Schnittgut muss unbedingt abgeführt werden und unerwünschte Konkurrenzpflanzen (Blacke, Hirse etc.) sollten bei dieser Gelegenheit auch entfernt werden.

4.2.Pflege von Blumenrasen und -wiesen

4.2.1.Mäharbeiten

Ab dem 2. Jahr kann das Schnittintervall bei Blumenrasen gegenüber einem herkömmlichen Rasen deutlich verlängert werden. Blumenwiesen werden 2× jährlich gemäht (Juni/Juli und Oktober/November).

Das Schnittgut ist in jedem Fall abzuführen, um einem möglichen Nährstoffeintrag entgegenzuwirken. (Es kann jedoch nach dem Mähen noch einige Tage liegengelassen und getrocknet werden. Dies unterstützt die Versamung und fördert die Artenvielfalt.)

4.2.2.Wässern und Düngen

Die Blumenrasen sollten bei längerer Trockenheit gewässert werden (vgl. Punkt 3.1.2, sinngemäss). Blumenwiesen benötigen abgesehen vom natürlichen Niederschlag keine zusätzlichen Wassergaben.

Bei starker Beanspruchung kann der Blumenrasen mit wenig Dünger gestärkt werden, wohingegen die Blumenwiesen nicht gedüngt werden dürfen, um die Artenvielfalt zu erhalten.

5.Bepflanzungen

5.1.Gehölze (Bäume und Sträucher)

5.1.1.Schnittarten für Gehölze

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Charaktere und der gewünschten Wuchsform sind Schnittarbeiten an Ihren Gehölzen notwendig. Alte, dichtstehende Triebe werden entfernt, dies schafft Platz für die jungen Triebe.

Die natürliche Wuchsform soll in jedem Fall erhalten bleiben. Je fachgerechter der Schnitt, desto schöner und langlebiger gedeihen Ihre Pflanzen. Der Schnitt kann in den Wintermonaten (Winterschnitt) ausgeführt werden, jedoch ist je nach Pflegeziel auch ein Sommerschnitt sinnvoll. Da Gehölze natürliche Nistplätze zahlreicher Vogelarten sind, sollten Rückschnittmassnahmen jedoch nur im Zeitraum von Oktober bis Februar durchgeführt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wohin mit dem Schnittgut? Weitere Informationen finden Sie unter Punkt 5.2.2.

5.1.2.Weitere Pflegearbeiten an Gehölzen

Bei längerer Trockenheit sind Ihre Gehölze auf Ihre Wasserzufuhr angewiesen. Hierzu finden Sie die Informationen unter Punkt 2.1.

Verankerungen von Bäumen und grossen Sträuchern müssen regelmässig (mind. 2× jährlich) kontrolliert und wenn nötig dem Dickenwachstum der Gehölze angepasst werden. In der Regel können Pfähle und Seilverspannungen nach 2 bis 3 Jahren entfernt werden.

Sofern es die Pflanzen erfordern, düngen Sie sie im Frühling mit einem Gehölzdünger, der spezifisch auf die Ansprüche Ihrer Pflanzen abgestimmt ist.

5.2.Hecken

5.2.1.Formhecken («geschnittene Hecke»)

Je dichter eine Hecke wächst, desto besser ist ihre Schutzwirkung. Durch den regelmässigen Schnitt verzweigen sich die einzelnen Äste immer mehr und die Hecke wird dichter. Der regelmässige Schnitt von Formhecken ist auch wichtig, um den Platzbedarf im Griff zu halten.

HeckeGeeigneter Schnittzeitpunkt
Immergrüne HeckenAugust/September
Laubabwerfende HeckenFebruar/März und Juli/August (2× jährlich)

Bei schwachem Wuchs können Sie die Formhecke durch eine Düngergabe (Gehölzdünger) im Frühling unterstützen.

5.2.2.Wildhecken

Je nach Funktion und Platzverhältnissen werden Wildhecken situationsgerecht geschnitten.

Auf den Stock setzen bedeutet: Die Gehölze werden 10 bis 20 cm über dem Boden abgesägt und treiben später wieder aus. Aus Rücksicht auf die Tierwelt sollte nie mehr als ein Drittel der Heckenlänge auf diese Weise zurückgeschnitten werden; die Heckenbewohner würden sonst auf einen Schlag heimatlos werden. Diese Massnahme wird im Zeitraum von Oktober bis Februar durchgeführt.

Wohin mit dem abgeschnittenen Grünzeug? Das meiste Schnittgut bietet eine gute Grundlage zur ökologischen Aufwertung Ihres Gartens. Es kann zu Haufen aufgeschichtet werden und bietet einer Vielzahl von Tieren und Insekten einen Unterschlupf. Wenn Ihnen dies zu «unordentlich» ist, kann das Schnittgut auch zerkleinert und als Mulchabdeckung in den Gartenbeeten weiterverwendet oder der Grünabfuhr mitgegeben werden.

5.3.Stauden

Krautige, nicht verholzende Pflanzen nennt man Stauden. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab und die Wurzelstöcke überwintern im Boden. Es gibt auch einige immergrüne Arten.

Durch die laufende Beobachtung merken Sie, wo Ihr Eingreifen in die Staudenbepflanzung notwendig ist. Je nach Entwicklung gilt es, einzelne Pflanzen oder Triebe aufzubinden, zurückzuschneiden, umzusetzen, zu ergänzen oder auch zu entfernen.

Dürre Pflanzenstängel und Blütenstände können knapp über dem Boden abgeschnitten werden. Oder Sie lassen diese als Winterquartier für eine Vielzahl von Lebewesen stehen. Auch der Winteraspekt von stehen gelassenen Blütenständen ist nicht zu verachten; geniessen Sie die filigranen, mit Reif oder Schnee überzogenen Kunstwerke der Natur.

Im zeitigen Frühling können Sie dann die Stängel abschneiden. Lassen Sie den Langschläfern unter den darin überwinterten Insekten noch etwas Zeit, indem Sie die abgeschnittenen Blütenstände abseits Ihres Blickfeldes auf einen Haufen legen und erst entsorgen, wenn kein Frost mehr droht.

Bei Bedarf stärken Sie Ihre Stauden im Frühling mit dem Ausbringen eines Volldüngers, welchen Sie leicht in die Erde einarbeiten. Bei längerer Trockenheit unterstützen Sie Ihre Stauden mit Wasser. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Punkt 2.1.

5.4.Obst und Beeren

Neben der Standort- und Sortenwahl hängt der Ertrag vor allem von der richtigen Pflege ab. Schnittarbeiten, Pflanzenschutzmassnahmen und Düngung entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Für diese Arbeiten ist ein entsprechendes Fachwissen und/oder Erfahrung unabdingbar.

5.5.Rosen

5.5.1.Schnitt

Werden im Verlauf des Sommers verblühte Rosenblüten entfernt, fördert dies meistens einen zweiten Flor. Bitte beachten Sie: Es gibt unterschiedliche Arten von Rosen (Edelrosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Stammrosen, Bodendeckerrosen …) und jede benötigt eine andere Schnitttechnik.

5.5.2.Düngung

Zwei Düngergaben pro Jahr unterstützen Ihre Rosen. Die erste Düngung Anfang April gewährleistet einen guten Austrieb und die Nachdüngung im Juni (nach der ersten Blühphase) stellt die Nährstoffversorgung für das restliche Jahr sicher.

5.5.3.Schadorganismen an Rosen

Besonders Blattpilze (z.B. Mehltau) und Blattläuse sind häufig ungebetene Gäste auf Rosen und nötigen die Gartenbesitzer zum Handeln. Werden robuste, wenig anfällige Rosensorten gepflanzt, reduzieren sich die Pflanzenschutzmassnahmen auf ein Minimum oder entfallen sogar ganz.

5.5.4.Winterschutz

Im Bereich der Wurzeln ist die frostempfindliche Veredelungsstelle (bei Polyantha- und Edelrosen) besonders gefährdet. Diese kann mit Erde, Pferdemist, Lauberde oder gut durchrottetem Gartenkompost 15 bis 20 cm hoch angehäufelt werden. Die verwendete Erde oder der Kompost wird im April im ganzen Rosenbeet verteilt und dient als gehaltvolles Substrat für die neue Blühsaison.

Die oberen Pflanzenteile sollten mit durchlässigem Gewebe (z.B. Jute) oder Tannenzweigen abgedeckt werden. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass diese Massnahme «gegen die Kälte» wirkt, sei Folgendes erklärt: In der kalten Jahreszeit können grosse Temperaturschwankungen zu Spannungsrissen in der Rinde führen, deshalb gilt es, die Kronen (und Stämme) vor der Wintersonne zu schützen.

5.6.Bambus

Mit speziellen Bambussperren (Rhizomsperren) lassen sich ausläufertreibende Arten eingrenzen. Diese sollten allerdings bereits bei der Pflanzung eingebaut werden, ein nachträglicher Einbau ist äusserst schwierig. Kontrollieren Sie regelmässig den aus dem Boden ragenden Teil der Sperre. Dieser darf nicht zugedeckt sein, so dass keine Wurzelausläufer unbemerkt darüber hinauswachsen können.

Bambus hat einen hohen Bedarf an Nährstoffen und Wasser und muss deshalb auch im Winter entsprechend versorgt werden. Fällt im Winter schwerer Schnee, so sollte dieser von den Bambuspflanzen heruntergeschüttelt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese abgedrückt werden.

5.7.Moorbeet

Die Pflanzflächen mit saurem Boden, den die meisten Rhododendren und Azaleen zum guten Gedeihen benötigen, nennt man Moorbeet.

Für die Nährstoffversorgung im Frühling verwenden Sie bitte ausschliesslich sauer wirkenden Rhododendrondünger. Dieser kräftigt die Pflanzen und verhilft ihnen zu einer prächtigen Blütenpracht. Nach dem Verblühen sollten die jungen Samenstände ausgebrochen bzw. entfernt werden. Schnittarbeiten erfolgen nach der Blüte.

Unser Leitungswasser ist vielerorts stark kalkhaltig, was zu einer Veränderung des pH-Wertes in Ihrem Moorbeet führen kann. Nutzen Sie deshalb für das Wässern nach Möglichkeit hauptsächlich Regenwasser.

Das typische Frassbild des Dickmaulrüsslers kennen viele Liebhaber von Rhododendren. Die Bekämpfung ist schwierig, aber möglich.

6.Spezielle Begrünungen

6.1.Pflanzgefässe

Stärker als bei Pflanzflächen im Boden werden die Pflanzen durch das beschränkte Wurzelvolumen und die oft auch extremen Standortbedingungen in Kübeln und Trögen beeinflusst. Deshalb ist ihrer Pflege besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Da keine kapillare Bodenfeuchtigkeit von unten verfügbar ist, trocknet das Substrat in Pflanzgefässen verhältnismässig schnell aus. Eine optimale und für Sie bequeme Wasserversorgung gewährleistet eine automatische Bewässerungsanlage. Vor allem in frisch gepflanzten Gefässen kann sich das Substrat setzen. Verwenden Sie beim Auffüllen ein entsprechendes Substrat.

6.2.Fassadenbegrünung

Begrünte Fassaden sind nicht nur bei vielen Hausbesitzern beliebt, sondern auch bei einer Vielzahl von Vögeln und Insekten, die hier ein sicheres Zuhause finden.

Halten Sie Regenrinnen, Storenkästen, Dächer und Fensterflächen vom Bewuchs frei. Der regelmässige Rückschnitt von selbstklimmenden Pflanzen (z.B. Jungfernrebe oder Efeu) ist wichtig, damit deren Triebe nicht in Ritzen oder Dachöffnungen wachsen und Schäden verursachen. Zudem sollten diese Pflanzen nur auf festen Oberflächen (keine Aussendämmung) wachsen.

Fragen zur Pflege Ihres Gartens? Unsere Fachkräfte beraten Sie gerne: 076 412 77 39 oder Kontakt aufnehmen.